Die ADAC Heidelberg Historic findet zum 30. Mal statt

Von 9. bis 11. Juli gehen über 180 Oldtimer an den Start

Dreh- und Angelpunkt ist das Technik Museum Sinsheim

Nordbaden. Das „rollende Museum“ der ADAC Heidelberg Historic erkundet in diesem Jahr zum 30. Mal die Regionen rund um die weltberühmte Stadt Heidelberg und den Norden Baden-Württembergs. Seit ihrem Start als „1. ADAC Rallye Nordbaden Classic“ im Jahr 1995 entwickelte sich die Veranstaltung zu einer der größten und exklusivsten Oldtimer-Rallyes Deutschlands. Lediglich während der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung pausieren – deshalb wird das Jubiläum erst in diesem Jahr gefeiert.

Vom 9. bis 11. Juli 2026 treffen zahlreiche automobile Schätze aufeinander: von Fahrzeugen aus der Vorkriegsära bis hin zu legendären Gruppe-B-Rallyeboliden. In den vergangenen Jahrzehnten gingen regelmäßig prominente Fahrerinnen und Fahrer sowie bekannte Persönlichkeiten an den Start – darunter Rallye-Legende Walter Röhrl, Franziska van Almsick oder Horst Lichter. Zum Jubiläum wird mit Oda Lippmann, vielen Rallyefans auch als Oda Dencker-Andersen bekannt, eine weitere Motorsportlegende teilnehmen.

Die Nachfrage nach Startplätzen war enorm: Innerhalb weniger Stunden waren alle 180 Plätze vergeben. Zentrum der Veranstaltung ist an allen drei Tagen das Technik Museum Sinsheim. Bereits am 9. Juli können Besucherinnen und Besucher bei der Technischen Abnahme im Museumshof die historischen Fahrzeuge aus nächster Nähe erleben. Am 10. Juli startet anschließend die erste Tagesetappe.

Entlang der mehr als 500 Kilometer langen Strecke laden moderierte Zuschauerpunkte dazu ein, die automobilen Raritäten genauer zu bestaunen. Die Standorte der Zuschauerpunkte werden vor der Rallye veröffentlicht. Ebenfalls am Morgen des 10. Juli werden online die exakten Durchfahrtszeiten der Fahrzeuge für die jeweiligen Ortschaften bekanntgegeben.


Das älteste Fahrzeug ist 114 Jahre alt

Von Zeitzeugen der Vorkriegsjahre über beliebte Alltagsklassiker bis hin zu technisch hochentwickelten Sport- und Traumwagen bietet die ADAC Heidelberg Historic erneut den idealen Rahmen für ein rollendes Automobilmuseum.

Mit dabei ist auch in diesem Jahr wieder ein außergewöhnliches Fahrzeug, das bereits 2025 seine Premiere bei der ADAC Heidelberg Historic feierte: der auffällig gelbe Ford Modell T Speedster. Das Fahrzeug wurde 1912 gebaut und 1923 gezielt für den Renneinsatz umgebaut. Ab 1926 stand der Speedster in einem Museum in den USA. Nach der Auflösung des Museums im Jahr 2023 kümmert sich Besitzer Christian Mehl mit großer Leidenschaft um den historischen Rennwagen und macht ihn wieder auf öffentlichen Straßen erlebbar.


Rallyelegende im Starterfeld

Eine besondere Teilnehmerin wird in diesem Jahr den legendären Opel Commodore von Walter Röhrl steuern – jenes Fahrzeug, mit dem Röhrl 1973 bei der Rallye Monte-Carlo antrat: Oda Lippmann.

Die gebürtige Darmstädterin kam bereits 1964 zum Rallyesport und blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Ihren Sieg bei der „Coupe de Dames“ im Rahmen der Rallye Monte-Carlo 1971 nahm sie persönlich aus den Händen von Grace Kelly und Fürst Rainier entgegen.

Einen ihrer größten Erfolge feierte Oda Dencker-Andersen 1980 bei der legendären und zugleich umstrittenen Himalaya Rallye. Die Veranstaltung war geprägt von aufgebrachten Menschenmengen, Überfällen auf Teilnehmer und militärischer Begleitung bis ins Ziel. Trotz dieser außergewöhnlichen Umstände erreichte sie den zweiten Platz in der Gesamtwertung – noch vor Peter Lippmann, der die Rallye auf Rang sechs beendete.

Peter Lippmann, gebürtiger Odenwälder und ehemaliger Nordbadischer Rallyemeister, wurde später ihr Ehemann. In diesem Jahr werden beide gemeinsam im Opel Commodore bei der ADAC Heidelberg Historic an den Start gehen.


Präzision statt Höchstgeschwindigkeit

Bei der ADAC Heidelberg Historic steht nicht die Geschwindigkeit im Mittelpunkt, sondern die Gleichmäßigkeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen die vorgegebene Strecke mithilfe eines Bordbuchs exakt absolvieren und dabei verschiedene Wertungsprüfungen meistern.

Das Bordbuch enthält die komplette Streckenführung inklusive Kontrollstellen und Wertungsprüfungen. Die Route wird mithilfe sogenannter „Chinesenzeichen“ dargestellt – einfache Symbole, die Kreuzungen, Abzweigungen oder Ortseingänge markieren. Während der Fahrt lotst der Beifahrer den Fahrer anhand dieser Angaben durch die Strecke.

Anders als bei modernen Bestzeitrallyes geht es dabei nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen. Entscheidend ist vielmehr, die vorgegebenen Streckenabschnitte exakt in der festgelegten Zeit beziehungsweise mit dem vorgeschriebenen Durchschnittstempo zu absolvieren.

Fotos: Simon Beha und Anja Lang