Ein großflächiger Ermittlungserfolg der Staatsanwaltschaft Landau und der Kriminalpolizei Landau hat zur Zerschlagung einer mutmaßlichen Drogenbande geführt. Nach monatelangen intensiven Recherchen deckten die Sicherheitsbehörden einen organisierten Drogenring im Landkreis Germersheim auf, der im großen Stil mit Cannabis, Kokain und Amphetaminen gehandelt haben soll.
Umfangreiche Ermittlungen gegen Tatverdächtige aus Germersheim
Der Fall nahm bereits im Juli 2025 seinen Anfang. Zunächst geriet ein 23-jähriger Mann aus dem Landkreis Germersheim in das Visier der Ermittler. Im Laufe der Zeit identifizierte die eingerichtete Ermittlungsgruppe der Kriminalinspektion Landau vier weitere Tatverdächtige im Alter zwischen 23 und 32 Jahren, die eng in das illegale Handelsnetzwerk eingebunden gewesen sein sollen.
Darüber hinaus führten die Nachforschungen zu 28 weiteren Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche Gehilfen und Abnehmer der Rauschgifte. Insbesondere das Ausmaß der Lieferketten verdeutlicht die kriminelle Energie der Betroffenen.
Tarnung als Stahlteile-Lieferung aus den USA
Den Hauptbeschuldigten wird vorgeworfen, einen schwunghaften Handel mit Cannabisprodukten betrieben zu haben. Um das Rauschgift unbemerkt nach Deutschland zu importieren, nutzten sie eine ausgeklügelte Masche:
- Importweg: Tarnung der Drogen als angebliche Lieferungen von Stahlteilen aus den USA.
- Mengen: Palettenweise Einfuhr von jeweils mindestens 50 Kilogramm Cannabis.
- Vertrieb: Gewinnbringender Weiterverkauf vor allem über soziale Netzwerke.
Dem 23-jährigen Haupttäter wird zudem zur Last gelegt, Amphetamin im zweistelligen Kilogrammbereich selbst hergestellt und mit mehr als drei Kilogramm Kokain gehandelt zu haben.
Bilanz der Razzien: Drogen, Luxusautos und Bargeld beschlagnahmt
Im Rahmen von insgesamt 18 durchgeführten Durchsuchungsbeschlüssen konnten die Einsatzkräfte erhebliche Mengen an Beweismitteln und Beweisgegenständen sichern.
| Sichergestellte Gegenstände | Menge / Details |
|---|---|
| Marihuana & Haschisch | Ca. 7 kg Marihuana / 23 kg Haschisch |
| Amphetamin & Kokain | Ca. 3 kg Amphetamin / 260 g Kokain |
| Bargeld | Rund 46.000 Euro |
| Fahrzeuge | 2 hochwertige Mercedes-AMG |
| Waffen & Sonstiges | Pfefferpistole, Schlagwerkzeuge, gefälschte Dokumente, Datenträger |
Die mutmaßlichen Einnahmen der Bande belaufen sich nach Ermittlerangaben auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung droht den Beschuldigten die Einziehung sämtlicher Erträge aus den Rauschgiftgeschäften durch den Staat.
Haftbefehle erlassen – Ein Tatverdächtiger auf der Flucht
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Landau erließ der zuständige Haftrichter Untersuchungshaftbefehle gegen alle fünf Hauptverdächtigen. Vier der Männer (zwei 23-Jährige, ein 24-Jähriger sowie ein 32-Jähriger) wurden verhaftet und in verschiedene Justizvollzugsanstalten gebracht.
Der zweite 24-jährige Tatverdächtige hat sich nach derzeitigem Kenntnisstand ins Ausland abgesetzt. Gegen ihn wird nun mit einem Europäischen Haftbefehl gefahndet.
Gegen die beiden 23-jährigen Haupttäter wurde zwischenzeitlich Anklage zur Großen Strafkammer bei dem Landgericht Landau erhoben. Das Gerichtsverfahren zur Neueröffnung der Hauptverhandlung ist für einen der Beteiligten bereits zugelassen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Landau und der Kriminalpolizei dauern weiter an.
Foto: Polizei


